Zum Dienst des Westeuropäischen Vikariats der Ukrainischen Orthodoxen Kirche

Dieses Dokument wurde vom Klerus des Westeuropäischen Vikariats der Ukrainischen Orthodoxen Kirche auf einer Versammlung am 6. Februar 2026 in Bari (Italien) angenommen. Es legt die Haltung zum seelsorgerischen Dienst der Ukrainischen Orthodoxen Kirche im Ausland dar.

Seit Beginn des großangelegten russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine waren viele Bürgerinnen und Bürger unseres Landes gezwungen, ihre Heimat zu verlassen und im Ausland Zuflucht zu suchen. Unter ihnen befinden sich auch zahlreiche Gläubige der Ukrainischen Orthodoxen Kirche. Daher beschloss das Konzil der UOK am 27. Mai 2022 die Einrichtung einer kirchlichen Mission im Ausland. In diesem Beschluss heißt es, dass die Kirche ihre Gläubigen nicht ohne geistliche Begleitung lassen kann, sondern ihnen in Zeiten der Prüfung nahe sein und kirchliche Gemeinden in der Diaspora aufbauen soll. Ziel ist es, Glaube, Kultur, Sprache und orthodoxe Identität auch fern der Heimat zu bewahren (Beschluss des Konzils, Punkt 8).

Die Gemeinden im Ausland stehen unter der geistlichen Leitung Seiner Seligkeit, Metropolit Onufrij von Kiew und der ganzen Ukraine. Organisatorisch sind sie im Westeuropäischen Vikariat zusammengefasst. Die dort dienenden Geistlichen sind ukrainische Staatsbürger; ebenso werden die Gemeinden von ukrainischen Gläubigen gegründet und getragen. Die Gottesdienste werden in kirchenslawischer und ukrainischer Sprache sowie – wenn notwendig – in der jeweiligen Landessprache gefeiert. Die Gemeinden finanzieren sich selbst durch die Beiträge ihrer Mitglieder. Viele Geistliche verbinden ihren pastoralen Dienst im Ausland mit einer weltlichen Berufstätigkeit.

Wir weisen darauf hin, dass die UOK in bestimmten Ländern – darunter Polen, Tschechien, die Slowakei, Griechenland, Georgien, Serbien, Montenegro, Slowenien, Kroatien, Bulgarien, Rumänien, Albanien, Nordmazedonien und Zypern – keine eigenen Gemeinden gründet, da diese Gebiete zur Jurisdiktion anderer orthodoxer Ortskirchen gehören. In anderen europäischen Ländern werden Gemeinden ausschließlich auf Wunsch der dort lebenden Gläubigen gegründet.

Die kirchliche Wirklichkeit der letzten Jahre zeigt, dass andere orthodoxe Kirchen auf diese seelsorgerische Antwort der Ukrainischen Orthodoxen Kirche mit Verständnis und brüderlicher Unterstützung reagiert haben. In vielen Ländern helfen Vertreter anderer orthodoxer Kirchen unseren Geistlichen, feiern gemeinsam Gottesdienste und nehmen an kirchlichen sowie kulturellen Veranstaltungen teil.

Gleichzeitig beobachten wir, dass in einigen Veröffentlichungen in irreführender Weise die Gemeinden der UOK mit Strukturen der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland gleichgesetzt werden. Dies entspricht nicht der Realität. Die Ukrainische Orthodoxe Kirche handelt selbstständig und unabhängig. Der Dienst des Westeuropäischen Vikariats besteht ausschließlich in der geistlichen Betreuung ukrainischer Gläubiger; von ihm geht keinerlei Bedrohung für die Gastländer aus.

Unsere Gemeinden feiern ihre Gottesdienste überwiegend in Kirchenräumen anderer christlicher Konfessionen oder in dafür geeigneten Räumlichkeiten. Für diese geschwisterliche Unterstützung sind wir sehr dankbar. Je nach Ort werden diese Räume kostenlos oder gegen eine angemessene Miete zur Verfügung gestellt, die ausschließlich von den jeweiligen Gemeinden getragen wird. Keine Gemeinde des Westeuropäischen Vikariats der UOK nutzt Kirchengebäude der Russischen Orthodoxen Kirche.

Die Orte unserer Gottesdienste befinden sich nicht in der Nähe militärischer oder anderer sicherheitsrelevanter Einrichtungen. Zudem können wir diese Orte nicht selbst wählen, sondern dienen in den Räumen, die uns von den gastgebenden Kirchen angeboten werden.

Ohne die Gründung eigener Gemeinden im Ausland und des Westeuropäischen Vikariats wären viele unserer Gläubigen gezwungen geblieben, sich kirchlichen Strukturen anzuschließen, die ihrer Sprache und Kultur fremd sind. Dies hätte langfristig zur Folge, dass ihre kirchliche und kulturelle Identität verloren ginge. Die Entscheidung unserer Kirche zu Beginn des Krieges dient daher der langfristigen seelsorgerischen Begleitung der ukrainischen Gläubigen im Ausland und bewahrt zugleich ihre Verbindung zur ukrainischen geistlichen und kulturellen Tradition.

Unsere Gemeinden im Ausland pflegen gute und konstruktive Beziehungen zu staatlichen Stellen sowie zu verschiedenen christlichen Konfessionen in den jeweiligen Ländern.

In unseren Gemeinden werden keinerlei russische propagandistische Deutungen verbreitet. Unsere Gläubigen sind Menschen, die selbst unter dem Krieg gelitten haben und ihre Heimat infolge der russischen Aggression verlassen mussten. Gerade deshalb setzen sie sich für Frieden, Wahrheit und Gerechtigkeit ein.

Die Gemeinden der Ukrainischen Orthodoxen Kirche im Ausland leisten vor allem seelsorgerischen Dienst für ukrainische Gläubige, halten die Verbindung zur Heimat aufrecht, unterstützen humanitäre Initiativen zugunsten der Ukraine, organisieren geistliche, kulturelle und bildende Veranstaltungen und schaffen Orte der Begegnung für ukrainisches kirchliches und kulturelles Leben – zum Wohl der Menschen und zum Dienst an der Kirche Christi.

Basierend auf der Website: Department for External Church Relations of the Ukrainian Orthodox Church

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